Test, Kamera, 4K

Kurz-Test: Blackmagic Pocket Cinema Camera

 Donnerstag, 15. Mai 2014: Echte Filmqualität soll die Blackmagic Pocket Cinema Camera bieten und das in einem ultra-kompakten Format. Wir haben die Kamera kurz angetestet.

Wir haben bei unseren Kurztest bewusst auf das Studium des Handbuchs verzichtet und die Kamera einfach bei einem kleinen Winterspaziergang mitgenommen — in der Jackentasche, denn so klein ist das Gerät der australischen Designschmiede. Tatsächlich bestimmt das verwendete Objektiv die Größe der Kamera. Es lassen sich Micro-Four-Thirds-Objektive einsetzen sowie Adapter für Super-16 mm-Objektive je nach gewünschten Anwendungszweck. Für unseren Test haben wir ein Panasonic H-HS12035 (Lumix 12-35mm, F2.8) verwendet.

Handhabung

Der erste Eindruck ist durchwegs positiv. Die Kamera ist kompakt ohne „fitzelig“ zu sein. Alle Bedienelemente sind gut erreichbar und können auch mit großen Händen gut bedient werden. Das Gehäuse ist liebevoll gestaltet und wirkt stabil und hochwertig. Wichtige Funktionen wie Scharfstellen und Belichtung lassen sich direkt während der Aufnahme vornehmen. Sowohl für die automatische Fokussierung als auch die Belichtung steht jeweils ein eigener Knopf zur Verfügung. Zusätzlich kann über die Pfeiltasten der Belichtungswert angepasst werden um beispielsweise Gegenlichtsituationen auszugleichen. Auch in der Kälte unseres Winterspazierganges war die Kamera nach dem Drücken des Einschaltknopfes schnell einsatzbereit und der Akku zeigte keine Schwächen. 

Menüs

Die Menüstruktur ist übersichtlich und verzichtet komplett auf unnötigen Schnickschnack. Die vier Hauptbereiche „Kameraeinstellungen“, „Audioeinstellungen“, „Aufnahmeeinstellungen“ und „Display-Einstellungen“ sind logisch gegliedert und die einzelnen Parameter lassen sich auf einen Blick erkennen und entsprechend verändern. 

Aufnahmeformate

Ein besonderes Merkmal der Blackmagic Pocket Cinema Camera ist die Möglichkeit im RAW-Format aufzunehmen, das heißt das Video landet unkomprimiert auf der Speicherkarte — ideal wenn das Material noch nachbearbeitet werden muss. Zum Einsatz kommt mit „CinemaDNG“ ein offenes Format das 2009 von Adobe initiiert wurde. Dementsprechend erfährt es Unterstützung nicht nur durch die Software von Blackmagic Design sondern zunehmend auch durch weitere Hersteller. 

Die einzelnen Frames des Videomaterials werden dabei als Bildsequenz in ein Verzeichnis gespeichert. Das aufgenommene Audiosignal landet als WAV-Datei im selben Verzeichnis. Die Einzelbilder weisen die Dateiendung „DNG“ auf was die Vermutung nahe legt, dass diese sich in Fotobearbeitungs-Software wie Adobe Lightroom oder Photoshop bearbeiten lassen. Durch das unkomprimierte Format benötigt man Speicherkarten mit genügend Kapazität. Die von uns verwendete 64-GB-SD-Karte war bereits nach einer halben Stunde unseres Spazierganges voll — dabei wurden jeweils nur kurze Szenen aufgenommen. Wer seine Aufnahmen nicht exzessiv nachbearbeiten möchte kann für die Aufnahme mit ProRes-422-(HQ) auf ein weiteres Format zurückgreifen das wesentlich einfacher zu handhaben ist und auch beispielsweise von Final Cut Pro X unterstützt wird. Damit passt auch wesentlich mehr Videomaterial auf eine Speicherkarte. 

Nachbearbeitung

Wir sind unserer Vermutung nachgegangen und haben eine unserer RAW-Aufnahmen in Adobe Lightroom eingelesen. Mit dieser Software lassen sich ganze Fotosequenzen mit den gleichen Einstellungen bearbeiten — ideal also auch für unsere Bildsequenz. Zunächst aber zur Bildqualität: Diese weiß absolut zu überzeugen. Feinste Details ohne störendes Bildrauschen waren auch beim langsam schwindenden Licht des Winternachmittags möglich — ideale Voraussetzungen also für die Weiterbearbeitung.

Angepasst wurden Kontrast und Helligkeit einzelner Bildbereiche, Strukturen wurden hervorgehoben. Zusätzlich haben wir ein einfaches Colorgrading angewendet, nicht bildrelevante Teile entsättigt und das Grün an einem Baumstumpf etwas betont. Über die Export-Funktion lässt sich die bearbeitete Bildsequenz wieder ausgeben, beispielsweise als JPEG oder TIFF-Dateien und in jeder Software weiter bearbeiten die mit Bildsequenzen umgehen kann.



  • Test: Blackmagic Pocket Cinema Camera

    Test: Blackmagic Pocket Cinema Camera

  • Rückseite mit Display: Übersichtliche Anordnung der Bedienelemente und der Menüstruktur

    Rückseite mit Display: Übersichtliche Anordnung der Bedienelemente und der Menüstruktur

  • Links: das Rohmaterial; rechts: nach der Bearbeitung in Lightroom

    Links: das Rohmaterial; rechts: nach der Bearbeitung in Lightroom

  • Praxistest in Indien: den Link zu den Testaufnahmen finden Sie am Ende dieses Artikels

    Praxistest in Indien: den Link zu den Testaufnahmen finden Sie am Ende dieses Artikels

G-Technology