Test, Software, Kamera

Magic Lantern: Firmware-Erweiterung für Canon-EOS-Kameras

 Dienstag, 29. Januar 2013: Inzwischen stellen digitale Spiegelreflexkameras für einige Filmer eine echte Alternative zu klassischen Camcordern dar. Dabei bleiben allerdings in Punkto Funktionsvielfalt oft noch Wünsche offen. Nun hat eine Gruppe aus Softwareentwicklern eine Firmware-Erweiterung für die Canon-EOS-Modelle programmiert, die deren Funktionalität erheblich erweitert.

Komplexe elektronische Geräte wie Kameras sind nichts anderes als kleine Computer. Diese können programmiert und mit entsprechenden Software-Modifikationen auch mit neuen Funktionen ausgestattet werden. Hier greift ein Open-Source-Projekt, das bereits 2009 von Programmierer Trammel Hudson begonnen wurde und inzwischen von einer ganzen Reihe an Entwicklern weiter vorangetrieben wird. Herausgekommen ist „Magic Lantern“, eine Erweiterung der Kamera-Firmware, die eine Vielzahl an zu sätzlichen Features für Filmer und Fotografen bereitstellt.

Welche Kameramodelle werden unterstützt?

Unterstützt werden mit der aktuellsten Version (v2.3) die EOS-Modelle: 5D Mark II, 50D, 60D, 500D, 550D, 600D. Getestet werden zur Zeit Portierungen für die 7D, die 5D Mark III, die 1100D/T3 und das erste 5D-Modell. Teilweise befinden sich diese Varianten schon im Alpha-Stadium.

Installation (Beispiel: Canon EOS 5D Mark II)

Die Installation ist denkbar einfach. Jedoch sollte die mitgelieferte Installations-Anleitung in Form einer PDF-Datei genau durchgelesen werden. So setzt die zu Redaktionsschluss aktuelle Version von Magig Lantern (v2.3) die Canon-5D-Mark-II-Firmware in der Version 2.1.2 voraus. Diese lässt sich ganz einfach auf der Canon-Website herunterladen und normal installieren. Wichtig für jedes Firmware-Update: Die Stromversorgung muss sichergestellt werden. Die Kamera sollte entweder an einem Netzteil oder mit einem voll aufgeladenen Akku betrieben werden. Für die Installation von Magic Lantern wird empfohlen jegliches Zubehör von der Kamera zu entfernen. Zur Datenübertragung wird ein CF-Card-Reader benötigt.

Das Drehrad für den Aufnahmemodus muss auf Manuell (M) gestellt werden. Es wird empfohlen die Kamera auf die Standardeinstellungen zurückzusetzen (das löscht alle vorgenommenen Einstellungen inklusive Bildstile). 

Für die erste Installation wird eine Karte mit 32 GB oder kleiner benötigt. Größere Karten funktionieren für die Installation nicht – können aber später zusammen mit Magic Lantern eingesetzt werden. Die Karte sollte nun in der Kamera formatiert werden. Anschließend kann die Übertragung mithilfe des Card-Readers vorgenommen werden.

Die Software kommt als ZIP-Verzeichnis daher – dieses muss entpackt und der Inhalt komplett auf die CF-Karte kopiert werden. Die Karte kommt wieder in die Kamera worauf das Firmware-Update gestartet wird. Hat alles geklappt erscheint ein schwarzer Schirm mit grünem Text. Die Kamera kann nun aus- und wieder eingeschaltet werden.

Um Magic Lantern nutzen zu können muss LiveView in der Kamera aktiviert werden. Hat man das Live-Bild auf dem Display kann mit Hilfe des Knopfes „INFO“ zwischen den verschiedenen Ansichten gewechselt werden. Den Magic-Lantern-Bildschirm erkennt man an der Aussteuerungsanzeige und der Fußleiste.

Auf die neuen Funktionen und Einstellungen kann man über das Magic Lantern Menü zugreifen. Dieses wird durch Drücken der Löschen-Taste aufgerufen.

HDR-Video

Eine besonders hervorzuhebende Funktion ist die Möglichkeit HDR-Video aufzunehmen. Dieses Verfahren stammt ursprünglich aus der Digitalfotografie und ermöglicht Bilder mit einem besonders hohen Kontrastumfang aufzunehmen. 

Hierzu werden zwei oder mehr Aufnahmen mit unterschiedlichen Belichtungen miteinander kombiniert. Mit Magic Lantern lässt sich diese Technik auch für Videoaufnahmen einsetzen. Im Bereich „Movie“ des Magic-Lantern-Menüs kann die Funktion aktiviert, sowie die Belichtungseinstellungen vorgenommen werden.



  • Aufgebohrt: Magic Lantern auf der Canon EOS 5D Mark II

    Aufgebohrt: Magic Lantern auf der Canon EOS 5D Mark II

  • Erfolg: Wenn dieser Text erscheint hat alles geklappt.

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  • Umfangreich: Die Funktionen sind in einer übersichtlichen Menüstruktur auf mehreren Seiten verteilt.

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