Interview

Neues Jury-Mitglied: Filmemacher Timo Sonnenschein im Interview

 Mittwoch, 14. August 2019: 

Ich hatte, wie gesagt, schon immer in den Musikbereich  einen guten Draht, weil ich selbst auch als Songwriter  unterwegs bin, so dass ich von Anfang an viele Musikvideos gedreht habe. Lina lernte ich am Anfang ihrer Solo-Karriere 2016 kennen und drehte alles für sie, was ihr bis jetzt auf ihrem YouTube- Kanal findet - Trailer, Musikvideos. Schön dabei zu sehen ist, dass wir heute mit dem 10-fachen Budget arbeiten, als noch vor 3 Jahren. Sie legt wirklich eine tolle Karriere hin und ich bin dankbar, sie begleiten zu dürfen. Wäre Herbert Grönemeyer nicht in der gleichen Woche erschienen, wäre dieses Jahr tatsächlich Platz 1 der Albumcharts drinnen gewesen, aber dagegen kommst du natürlich nicht an. So ist es Platz 2 geworden, aber vor den Beatles!
Die Arbeit mit Lina ist schön, weil sie auf gegenseitigem Vertrauen beruht. Sie ist manchmal etwas nervös, wenn die Ideen zu abgefahren sind, aber bis jetzt hat immer alles geklappt. Aber ich kann es ihr auch nicht verübeln, wir trauen uns schon Dinge, die nicht selbstverständlich sind. Wenn jemand Herzen rausreißt und sie in Glasbehältern aufbewahrt, würde ich mich auch zwei mal vergewissern, dass das im Endeffekt nicht zu krass ist. Oder wenn wir mit 13 Leuten auf Autos wie Mad Max durch die Apocalypse fahren.

KANNST DU UNS EIN BISSCHEN IN DIE MACHART DES VIDEOS EINFÜHREN? ES IST JA TOLL GEMACHT UND IHR HABT MIT EINIGEN TRICKS GEARBEITET.

Ah, das schöne an der Arbeit mit Lina ist natürlich,  dass wir durch ihre Kinoerfahrung wirklich eher Kurzfilme drehen, als Musikvideos. Das sieht man deutlich an einem Video wie „Egoist“. Wir haben eigentlich drei Tage einen Kurzfilm gedreht mit Spielsequenzen, etc. pp. Dabei schreckt sie vor Nichts zurück. Ihr werden „Herzen“ rausgerissen, sie wird eingeschleimt, oder sie steht stundenlang unter einer Regenmaschine und fährt „Mad Max“-artig auf durch die Apocalypse. Ein schönes Zitat, das mir mal gesagt worden ist und was ich mir zum Mantra gemacht habe ist: „Der Schmerz ist für den Augenblick, der Film ist für immer!“
Das heißt: „Stell dich nicht an, solange es ne geile Sequenz wird!“. Wir machen wirklich für deutsche Verhält- nisse seeehr geile Musikvideos, und das bringt Spaß! Fürs letzte Video haben wir ein Gas-Rig bauen lassen, auf dem wir einen riesigen Haufen Geldscheine verbrannt haben. Sowas bringt natürlich Spaß! Auch wenn du nur 15 Minuten Zeit hast, um die wichtigsten Shots einzufangen, weil sonst alles abgebrannt ist. Feuerwehr, Special Effects Crew, alle waren am Start. Das ist wirklich ein schönes Gefühl: Man schreibt seine Ideen auf und 2 – 3 Wochen später steht man dann am Set mit seiner Crew.

DANKESCHÖN TIMO - GIBT ES NOCH ETWAS WICH- TIGES, DAS DU LOSWERDEN MÖCHTEST?

Ich mache lieber etwas, das mich glücklich macht, als  etwas, das evtl. konventioneller ist, was ich aber spätestens in 10 Jahre bereuen werde; wenn ich die meiste Zeit mit etwas verschwendet habe, das ich eigentlich nie machen wollte! Deshalb glaubt an euch, reißt euch den Arsch auf und sammelt praktische Erfahrung! Das ist zumindest meine Devise. Ach so, ich bin immer auf der Suche nach neuen Produktions-Partnern, die z.B. Adobe After Effects oder CGI beherrschen, mit denen ich zusammen an Projekten arbeiten kann.



  • Timo Sonnenschein freut sich beim Camgaroo Award 2011 über den Tele5 Sonderpreis

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  • Still aus dem Film „The Truth“.

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  • Steven Gätjen moderiert den Film „The Truth“ zur Primetime auf TELE 5 an.

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  • Kai Blasberg, Geschäftsführer von TELE 5 (rechts) spendiert Timo Sonnenschein einen Scheck im Wert von 5.555 Euro beim Camgaroo Award 2011.

    Kai Blasberg, Geschäftsführer von TELE 5 (rechts) spendiert Timo Sonnenschein einen Scheck im Wert von 5.555 Euro beim Camgaroo Award 2011.

  • Szene aus dem neuen Musikvideo „Rebellen“ von Lina Larissa Strahl .

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