Test, Kamera, 4K

Panasonic HC-X1000 – der 4K Camcorder im Test

 Dienstag, 23. September 2014: Während Panasonic zum Modellwechsel im Frühjahr bereits die 4K-taugliche GH4 vorstellte, blieb man bei klassischen Camcordern bei Full-HD. Wollte Panasonic sein Engagement im Videobereich nun auf Bridge- und Systemkameras verlagern oder war da was im Busch? Mit der Vorstellung des HC-X1000 auf der IFA in Berlin wurde das Geheimnis gelüftet und den Gerüchten ein Ende bereitet. Die Bezeichnung HC-X war bisher den Topmodellen der Handcamcorder in der Consumerklasse von Panasonic vorbehalten, jetzt wird sie auf das neue 4K-Prosumer Flaggschiff angewendet. Von Bernhard Renner.

Formatkünstler

Äußerlich entspricht der HC-X1000 ganz und gar nicht den bisherigen HC-X Modellen, sondern erinnert stark an den Panasonic AG-AC90, der übrigens mit der Bezeichnung 90A weiter geführt wird. Doch es gibt drei gravierende Unterschiede zum AG-AC90: Ein optisches 20-fach Zoom (Leica Dicomar) mit 3-stufigem ND-Filter, Einstellringen für Focus, Zoom und Blende und – echte 4K-Auflösung mit 4096 x 2160 Pixel im 24p Cinema-Modus, für den im Gegensatz zur Sony AX-100 keine Neuformatierung der Karte erforderlich ist. UHD und HD bietet er natürlich auch, letzteres im gewohnten AVCHD-Standard mit 25p, 50i und 50p oder im Apple-kompatiblen MOV-Format. Hier wird sogar die Aufnahme in All-Intra Frames geboten, also ohne Codierung in Bildgruppen (GOP). UHD wird in MP4-Dateien gespeichert (Long GOP), mit Datenraten bis 150 Mbit/Sek. bei – und das ist die nächste Sensation – 50p! 

Erster Prosumer-Camcorder mit 50p in UHD

Bei der Konkurrenz ist UHD bisher auf 25 bzw. 30p beschränkt, obwohl in diesem Standard auch 50 bzw. 60p vorgesehen sind. Der HC-X1000 schöpft also als erster Prosumer- Camcorder diese Möglichkeit voll aus. Was Anwender freuen dürfte, die wegen der besseren Kompatibilität mit der Verbreitung im Internet gerne in 30p aufnehmen: Es gibt in HD und UHD auch eine Umschaltung auf 30 und 60p. Noch Wünsche offen? Na ja, vielleicht eine Farbabtastung in 4:2:2, wenigstens im 4K-Cinema Modus, statt den üblichen 4:2:0. Wer in den Genuss der professionelle Farbabtastung 4:2:2: kommen möchte, muss allerdings über HDMI auf einen externen 4K Recorder aufnehmen oder direkt das Bildmaterial ebenfalls über HDMI auf einem professionellen 4K Monitor ansehen. Hier würden wohl wegen der hohen Datenraten die SDXC-Karten noch an ihre Grenzen stoßen. Selbst bei der von uns verwendeten SanDisk Extreme 95 MB/Sek. erschien bei jedem Einschalten ein Hinweis auf dem Display, dass die Karte eventuell zu langsam ist. Dennoch waren die Aufnahmen einwandfrei, auch bei fast voller Karte. Rein rechnerisch dürfte es auch keine Probleme geben, denn 150 MBit/s (Angabe in der Kamera) entsprechen knapp 20 MByte/s Übertragungsgeschwindigkeit. Unsere SanDisk-Karte kann laut Herstellerangaben mit mehr als der vierfachen Geschwindigkeit beschrieben werden – genug Reserve war also vorhanden. Selbst für die „All-Intra“- Full-HD Aufnahmen mit 200 Mbit/Sek. genügt das noch.

Zwei Kartenslots – variable Aufnahmeformate

Wie bei der AG-AC90 verfügt der Panasonic-Neuling über zwei Kartenslots. Je nach Betriebsmodus ermöglichen sie die simultane Aufnahme auf zwei Karten z.B. in unterschiedlichen Formaten wie UHD auf die eine Karte und AVCHD oder MOV auf die andere Karte, was sehr praktisch sein kann, wenn man etwa Dateien in niedriger Auflösung gleich ins Internet stellen oder als Trailer verarbeiten möchte. Die Aufnahme im UHD-Modus geht ohnehin ins Geld: Bei 50p reicht eine 64 GB-Karte etwa für 1 Stunde Aufnahme. Bei 25p sind es etwa 90 Minuten. SanDisk stellte jüngst eine SDXC-Karte mit 512 GB mit 80/95 MB Schreib/Lesegeschwindigkeit vor. Sie dürfte dann für 8 Stunden UHD-Aufnahme reichen.



  • Panasonic HC-X1000

    Panasonic HC-X1000

  • 4K-Still: Die Screenshots können Sie am Ende dieses Artikels in voller Auflösung herunterladen

    4K-Still: Die Screenshots können Sie am Ende dieses Artikels in voller Auflösung herunterladen

  • Lowlight: Auch bei wenig Licht macht die Panasonic HC-X1000 eine gute Figur

    Lowlight: Auch bei wenig Licht macht die Panasonic HC-X1000 eine gute Figur

  • Detailreich: Bei solchen Motiven ist die 4K-Auflösung besonders reizvoll

    Detailreich: Bei solchen Motiven ist die 4K-Auflösung besonders reizvoll

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