Kamera, Test

Sony HDR-PJ740 im rockigen Praxiseinsatz auf einer Showbühne

 Donnerstag, 04. Oktober 2012: Freitag Abend – ich bin gerade unterwegs zu einer kleinen Bar, in der ich mit Freunden verabredet bin und freue mich auf ein freies Wochenende, da läutet mein Handy. Mein Freund Herbi ist am Telefon, seines Zeichens, Direktor des Rockmuseums München, mit einer Bitte: „Gabi, kannst Du morgen Abend im Rockmuseum filmen, das Bayerische Fernsehen bringt eine Reportage und die brauchen noch Live-Aufnahmen Vorort.“

Am liebsten würde ich absagen, will endlich mal meine Ruhe, nach einer Woche, die es in sich hatte. Aber man ist ja Freund. Außerdem habe ich keine Minute Zeit mich vorzubereiten, da ich am Samstag den ganzen Tag unterwegs bin. Ich sag ihm das, aber da meint es schon, das mache doch nichts, nur ein paar Live-Eindrücke, nichts Aufwändiges. 

Also fahre ich am Heimweg, mitten in der Nacht, noch in der Redaktion vorbei und schnappe mir die gerade zum Testen bereit liegende Sony HDR-PJ740. Sie soll ja lichtstark sein und auch ein gutes Antiwackelsystem besitzen. Vorsichtshalber nehme ich noch meine vertraute Kamera und ein Sachtler-Stativ mit. Das muss reichen, so mitten in der Nacht ist mein Ehrgeiz etwas gedämpft.

Am nächsten Abend gegen 21.00 Uhr mache ich mich auf den Weg zum Filmen. Natürlich finde ich keinen Parkplatz in der Nähe. Ich überlege noch kurz, ob ich das Stativ mit schleppen soll und entscheide mich aus Gründen der Bequemlichkeit spontan dagegen. „Stört eh nur, wird ohne Stativ viel spontaner“, entschuldige ich meine Tragefaulheit. 

Als ich oben auf dem Olympiaturm, im Rockmuseum, ankomme, ist die Party schon voll im Gange. Eine Band namens „Black Purple“ spielt die Songs von „Deep Purple“ in einer Lautstärke, dass einem fast die Ohren abfallen. Dazu schummriges, buntes, wechselndes Licht und ein Publikum, das eng beieinanderstehend sich im Rhythmus der Musik bewegt. Coole Stimmung, aber für meine Kamera eine extreme Herausforderung. 

Ob sie dieser Extremsituation gewachsen ist? 

Ich bin froh, dass ich das Stativ nicht mitgenommen habe, wäre wirklich für die Katz gewesen. Ich schnappe mir die Sony HDR-PJ740 und stürze mich ins Gewimmel. Bei laufender Kamera bewege ich mich durch das Publikum hindurch, bekomme den ein oder anderen Stoß ab, versuche dabei die Kamera so ruhig wie möglich zu halten. Endlich bin ich in der Nähe der Bühne und kann mich auf die Musiker konzentrieren. Das etwas kleine Display zeigt mir ein tolles Bild an, ich versuch´s mal mit dem Blick durch den Sucher, der lobenswerterweise mit zur Ausstattung der Sony HDR-PJ740 gehört. Auch nicht schlecht, aber in diesem Fall ist mir das Display lieber. 

Wie immer in solchen Situationen bewege ich mich möglichst weich und geschmeidig an der Bühne entlang. Ich filme Sequenzen von ca. 2 – 3 Minuten an einem Stück, aber fange auch kurze Detailaufnahmen ein. Manchmal zoome ich von einer Totalen oder Halbtotalen auf ein Gesicht oder auf spielende Hände des Gitarristen oder des Keyboarders. Ich gehe hinter die Bühne, damit ich dort relativ unbemerkt einige authentische Aufnahmen vom Publikum einfangen kann.

Gut funktionierende Automatik-Funktionen

Nachdem ich mich am Anfang auf die Automatik-Funktionen verlassen habe, versuche ich es mit der manuellen Fokussierung. Bei den schwierigen Lichtverhältnissen und der Bewegung gelingt mir das aber nicht immer reibungslos. Nach einiger Zeit schalte ich wieder zurück in die Automatik, die sehr gut und schnell funktioniert und auf lästiges Nachregeln verzichtet. Dann versuche ich es mit der manuellen Belichtung und der Blendeneinstellung, wobei immer nur abwechselnd eine Einstellung aktivierbar ist. Das bedeutet, wenn man Einfluss auf die Blende nehmen möchte, dann wird z.B. die Belichtung automatisch geregelt oder eben auch umgekehrt. 



  • Sony HDR-PJ740 im rockigen Praxiseinsatz auf einer Showbühne

  • Trotz schwieriger Lichtverhältnisse, die Sony PJ740 liefert tolle Aufnahmen.

  • Trotz schwieriger Lichtverhältnisse, die Sony PJ740 liefert tolle Aufnahmen.

  • Praktisch – im Griff integriert ist ein USB-Kabel, dadurch lässt sich der Camcorder schnell am PC oder Monitor anschließen.

  • Aufnahmen im Sonnenlicht bringen die knackigen Farben zur Geltung.