Test, Kamera, 4K

Test: Panasonic DMC-GH4

 Mittwoch, 04. Juni 2014: Kurz vor Redaktionsschluss unseres Camgaroo-Magazins erhielten wir die schon sehnsüchtig erwartete Panasonic GH4. Unsere Filmemacherin Anna Possberg, die bereits sehr vertraut mit der GH3 und GM1 ist und mit diesen Kameras schon viele Dokumentationen gedreht hat, erklärte sich begeistert bereit, sich übers Wochenende intensiv mit der Kamera auseinander zu setzen, vor allem auch im Hinblick auf die filmerischen Eigenschaften der GH4.

Als ich die Kamera erhielt, konnte ich es kaum erwarten, in 4K Auflösung zu filmen, denn genau diese Eigenschaft macht die GH4 für den Low-Budget Filmer so interessant. Mit minimaler Ausstattung lief ich sofort los um zu filmen. In diesem Bericht schreibe ich weniger über die Bedienung der Kamera, sondern eher über meine Eindrücke und Erfahrungen nach einem Filmtag in Passau. Ich habe während des Tests nur einmal in HD gefilmt, um die Slow-Motion Funktion zu testen.

Das Besondere an der GH4 ist, dass die 4K Auflösung nun für die Masse der Filmer bezahlbar wird. Es gibt zwar zurzeit nur wenige große Computermonitore, die das Ansehen oder Verarbeiten des 4K Materials in Originalgröße ermöglichen, aber diese hohe Auflösung macht schon deshalb Sinn, weil man ungewöhnlich detailreiche und scharfe Bilder beim Hinunterskalieren auf HD-Format erhält. Und nicht zu vergessen, die Stabilisierungsmöglichkeiten bei verwackelten Aufnahmen.

Mein erster Eindruck als ich das Menü öffnete: „Das ist eine „Prosumer Filmkamera getarnt in einem DSLR Body“. Sobald man das Wahlrad auf Filmen dreht, aktivieren sich Optionen, die im professionellen Filmbereich zu finden sind, wie das Einstellen verschiedener Gamma Kurven, Farbbalken, Cinegamma Modi – und natürlich die 4K Auflösung (die im Fotomodus nicht aktiv ist) etc.

Wer schon die vorherigen GH Serien oder ähnliche Modelle, wie die GM1 kennt, wird sich im Menü schnell zurechtfinden. Neueinsteigern empfehle ich, zwei bis drei Tage zu investieren, um sich mit dem komplexen Menü vertraut zu machen. Nichts ist schlimmer, als ein schönes Motiv filmen zu wollen, aber erstmals verzweifelt im Menü zu suchen, um die passenden Einstellungen zu aktivieren.

Aber auch erfahrenen GH-Usern würde ein Blick in die Bedienungsanleitung nicht schaden, angesichts der neuen Film-Funktionen, wie z.B. Slow Motion. Für den Test wurde folgende Minimal-Ausstattung verwendet:

  • mein „Arbeitstier“ Objektiv Lumix 14-140 mm f/3.5-5.6
  • 8x ND Filter (keine interne ND Filter verfügbar wie es bei professionellen Filmkameras üblich ist – was natürlich ver ständlich ist, bei der geringen Größe der Kamera)
  • leichtes Karbon Stativ
  • den mitgelieferten Panasonic Akku
  • eine Sandisk SDXC UHS I Karte mit 128 GB Sowohl der Akku als auch die Karte haben den ganzen Tag durchgehalten, trotz 4K und Slow Motion Aufnahmen von unruhigen Enten.

Folgende Aufnahmesituationen wurden ausprobiert:

  • helles Sonnenlicht – schöne, satte Farben, viel Detail bei 4K Auflösung
  • Gegenlicht – Details des Motivs gut erkennbar (eine Ente), Tiefen angehoben ohne zu rauschen
  • Schatten und Sonne gleichzeitig – Kamera geht sehr gut mit Kontrasten um, hebt die Tiefen an und senkt die Helligkeit, so dass ein harmonisches Bild entsteht mit gut erkennbaren Details, ohne ausgefressene Spitzen oder abgesoffene dunkle Bereiche
  • Innenraum (siehe Bildbeispiel)
  • Lichtsituation bei Sonnenuntergang (siehe Bildbeschreibung).

Der neue Sensor APS-C hat eine erhöhte Lesegeschwindigkeit, was ihn besonders fürs Filmen interessant macht. So kann die GH4 in Full HD mit 100 bzw. 200 Mbps aufnehmen (also wenig Komprimierung, was die Verarbeitung erleichtert trotz H.264 Codec) und ist zurzeit eine der wenigen Kameras mit großem Sensor, die in 4K Auflösung intern aufzeichnen kann.



  • Panasonic DMC-GH4

    Panasonic DMC-GH4

  • GH4 mit dem Objektiv Panasonic Lumix 14-140mm

    GH4 mit dem Objektiv Panasonic Lumix 14-140mm

  • Screenshot einer Slow Motion Aufnahme in Full-HD im Original...

    Screenshot einer Slow Motion Aufnahme in Full-HD im Original...

  • ...und bearbeitet

    ...und bearbeitet

  • Innenaufnahme vom Dom (innen ziemlich dunkel trotzdem kaum Rauschen bemerkbar)

    Innenaufnahme vom Dom (innen ziemlich dunkel trotzdem kaum Rauschen bemerkbar)

Panasonic DMC-GH4