Omas Ding

Von Jörn Michaely. Nominiert für den Camgaroo Award 2015 in der Kategorie „Kurzfilm“.

Oma hat kein Ding mehr in ihrem Leben. Als Opa noch lebte, war er ihr Ding. Ihm hat sie ihr Dasein gewidmet. Heute hat sie nur noch ihren Fernseher, denn auch die Dinge in ihrer Wohnung musste sie nach und nach verkaufen. Als eines Tages ihr sie bemutternder Sohn und ihre Enkelin vorbeikommen, erfahren die beiden von Omas Absicht, das alte Klavier zu verkaufen. Das ist für das junge Mädchen ein Schock, denn darauf hat sie das Klavierspielen gelernt. Doch weil das Klavier für sie eine Bedeutung hat, wird es plötzlich auch wieder für Oma wichtig – und eine Möglichkeit für sie, aus ihrem Alltag zu brechen. Mit dem Kurzfilm habe ich zudem einen neuen Weg, Filme zu erzählen, ausgetestet. Entstanden ist ein Film verbunden mit Elementen aus dem Theater: Ein abstrahiertes Szenenbild, das Durchbrechen der vierten Wand durch Schauspieler, die in die Augen der Zuschauer blicken, ein Foto, das vor die Kamera gehalten wird und Formatwechsel, die den kleinen und eingeengten Mikrokosmos der Hauptfigur verdeutlichen.

2015 kurzfilm 


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