Interview

Dreimaliger Camgaroo-Award-Teilnehmer gewinnt Nachwuchs-EMMY, den bedeutendsten Fernsehpreis der USA

 Mittwoch, 24. Juli 2013: Konstantinos Sampanis, der bereits drei Mal zum Camgaroo Award nominiert wurde, hat sich bei vielen Camgaroo Filmemachern und dem Publikum durch seine individuelle und emotionale Bildsprache ins Gedächtnis geprägt. Mit seinem neuesten Kurzfilm „Six Feet Deep“ gewann er im Juni den Nachwuchs Emmy und setzte sich damit gegen die starke weltweite Konkurrenz durch, ohne jemals eine Filmhochschule besucht zu haben.

Der 22jährige studiert Medienmanagement an einer privaten Hochschule in Iserlohn, aber seine Leidenschaft gehört bereits seit seinem 8. Lebensjahr dem Filmemachen.

2009 konnte er mit einem eindrucksvollen Kurzfilm über einen drogensüchtigen Vater den zweiten Platz des Camgaroo Award belegen. 2010 folgten die „Vergessenen Gläser“ und 2011 „Melodie des Lebens“ – emotionale und technisch hervorragend produzierte Kurzfilme.

In allen Filmen übernahm Konstantinos Sampanis die Rolle des Regisseurs, des Kameramanns und führte die Postproduktion selbst durch. Ein Allround-Talent. Konstantinos Sampanis besuchte das Filmfest München und sprach dort mit Gabriele Lechner über seinen Erfolg und die Zukunft:

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Erst mal herzlichen Glückwunsch zum Emmy, freu mich sehr, dass du den gewonnen hast. Das muss doch ein richtiger Ansporn sein?

Vielen Dank. Ja, so was spornt an. Ich habe nicht damit gerechnet und freu mich natürlich über die tolle Resonanz auf den Film.

Wie kamst Du auf die Idee, in Amerika einen Film zu drehen?

Bestandteil meines Medienmanagement Studiums ist ein frei zu gestaltendes Auslandssemester und da entschied ich mich bewusst für San Diego. Da mein Thema der Film ist, suchte ich mir einen entsprechenden Kurs in der Uni aus. Dort wurde ich ausgewählt, als Regisseur die Produktion von „Six Feet Deep“ zu überneh- men. Meist bekommt man als Auslandsstudent ja nur den Job eines Kabelträgers. Aber da zählte wohl meine Erfahrung, die ich mit meiner eigenen Produktionsfirma „Icarian Pictures“ gesammelt hatte.

Wie lange habt ihr gedreht?

Die Dreharbeiten dauerten insgesamt nur eine Woche. Mit Casting, Drehortsuche und Nachbearbeitung dauerte die komplette Produktion ca. 4 Monate.

Die Schauspieler wirken professionell oder sind das auch Studenten?

Nein, die Schauspieler haben wir, also meine Kommilitonen, die an der Entstehung des Films beteiligt waren und ich selbst gecastet. Es sind alles Profis.

Wer war das Team?

Alejandro Myashiro war der Cinematographer, Jeremy Fabunan übernahm die Rolle des Editors, Kristrin Rodriguez den Production Sound, Karla Esquivel war die Produzentin und das Drehbuch verfasste Drew Clapp. Wir waren also ein internationales, kleines Team.

Und ihr hattet die Aufgabe diesen Film mit allem drum und dran zu drehen?

Ja, wir mussten uns praktisch um alles selbst kümmern. Von der Sponsorensuche bis zum Abschließen von Versicherungen, vom Erstellen der Requisiten wie z.B. die Flaggen mit Hakenkreuz, die es aus verständlichen Gründen im normalen Handel nicht zu kaufen gibt, bis hin zur Drehortsuche.

Welches Equipment habt Ihr verwendet?

Wir haben mit der Sony F3 gefilmt, Sony Pro hat übrigens den Dreh mit verfolgt und auch darüber berichtet. Außerdem verwendeten wir ARRI Primes Objektive, den Fieldrecorder Samurai von Atomos mit integrierten Display für eine direkte Videovorschau, den portablen Audiorecorder 702T von Sound Devices sowie Licht von Mole Richardson und ARRI.

Für die Nachbearbeitung setzten wir Final Cut Pro, Adobe Premiere Pro, Adobe After Effects, Adobe Audition, Apple Logic Pro ein.

Über welches Budget sprechen wir für die komplette Erstellung des Films?

Es waren etwa um die 6.500 €.

Der Film

„Six Feet Deep“ handelt vom Vince, einem Journalisten, dessen Freund Danny von Neonazis grausam ermordet wurde. Nachdem der Fall von der Polizei als Drogenkri- minalität abgeschlossen wird, beschließt Vince auf eigene Faust zu ermitteln, da er vermutet, dass Chefinspektor Conelly mit der Skinhead Bande zusammenarbeitet. Dazu rasiert er sich seinen Schädel und begibt sich in das Neonazi-Milieu. Dort nimmt er Kontakt mit dem korrupten Polizisten auf und durch eine geschickt platzierte Lüge führt ihn dieser direkt zum Mörder seines Freundes. Er realisiert schnell, dass er, wenn er seinen Freund rächen will mit der Wahrheit nicht weit kommt, sondern selbst das Gesetz brechen muss.



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