Interview, Aktuelle Produktion

Filmemacher Sebastian Koch Zombies in der Schule

 Mittwoch, 23. Januar 2013: Sebastian Koch gewann mit der Film-AG aus dem Städtischen Gymnasium in Gummersbach mit dem Film „Insomnia“ den ersten Preis in der Kategorie „Schule“ beim Camgaroo Award 2012. Inhalt: Im Chemieunterricht in der Schule missglückt ein Experiment. Die Schüler, die mit den Chemikalien in Berührung kommen, werden zu Zombies und bevölkern mittlerweile die gesamte Schule. Drei noch nicht Infizierte versuchen ihre Freundin zu retten. Wird es ihnen gelingen?
[Text- und Bildmaterial: Gabriele Lechner und Sebastian Koch, © Camgaroo/LechnerMedia]

Camgaroo: Würdest Du bitte dich und dein Team kurz vorstellen.

Sebastian Koch: Ich bin Sebastian Koch, 17 Jahre, und gehe auf das Städtische Gymnasium Moltkestraße in Gummersbach. Unsere Film-AG besteht momentan aus 5 Schülern und einem Lehrer (siehe Credits).

Camgaroo: Seit wann beschäftigst Du Dich mit dem Filmemachen?

Sebastian Koch: In meiner Freizeit beschäftige ich mich schon einige Zeit mit dem Filmemachen. Das hat in der 5. oder 6. Klasse angefangen, als ich mit ein paar Freunden noch auf Videokassette die ersten Szenen aufgenommen habe. Im Februar diesen Jahres hat sich dann bei uns an der Schule eine neue Film-AG unter der Leitung des Lehrers Stephan Schemann gebildet, da die Mitglieder der alten oder ersten Film-AG ihr Abi gemacht haben und an diversen Unis verteilt waren.

Camgaroo: Wie ist das Drehbuch entstanden?

Sebastian Koch: Wir waren zu fünft und haben uns an einem Kurzfilm anlässlich des 99-Fire-Films-Award probiert. Dort hatten wir allerdings keinen Erfolg. Als dann die Projektwoche vor den Sommerferien anstand, haben wir beschlossen ein Filmprojekt für alle Oberstufenschüler anzubieten. Wir haben in der Film-AG, die erst mal zu fünft bestehen blieb, einige gute Ideen gehabt, diese wieder verworfen bis wir der Meinung waren, eine Idee zu haben, die für unser Projekt passend war. Dann habe ich mich an das Drehbuch gesetzt und eine erste Fassung entworfen, die wir in der Film-AG diskutiert haben. Mit der Kritik und den Anmerkungen habe ich mich danach wieder an das Drehbuch gesetzt und es entsprechend verbessert. So ging das ungefähr 4 Wochen, bis das Drehbuch in der finalen Fassung vorlag. Jetzt galt es aus dem Drehbuch entsprechende Shotlists und Storyboards für die verschiedenen Szenen zu erstellen. Das habe ich meistens zusammen mit dem Lehrer, 
Stephan Schemann, der auch später der Kameramann war und einige Filmerfahrung hat, getan.

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Camgaroo: Wie lange habt Ihr für die Umsetzung benötigt?

Sebastian Koch: Wir haben den kompletten ersten Drehtag, 13 Stunden, die Unterrichtsszene im Chemieraum gedreht, welche aufgrund der großen Masse an Statisten und Schülern anspruchsvoll war. In den folgenden Tagen wurde die Drehzeit nicht kürzer, wir mussten aber nicht mehr ganz so viele Darsteller koordinieren. Dafür wurde in den Szenen ein hoher Anspruch an die Maske gestellt, da zur gleichen Zeit mehrere Zombies vor die Kamera mussten. Außerdem mussten Stunts, wie der Zombie, der das Treppenhaus hinunter stürzt, aufgebaut, geprobt und dann gefilmt werden.

Am Freitagabend um 22 Uhr waren wir dann mit dem Drehen fertig, hatten aber noch keine einzige Szene geschnitten und der Film sollte am Samstag auf dem Schulfest präsentiert werden. Wir wussten, dass uns eine recht arbeitsreiche Nacht bevorstand, in der wir zu dritt oder teilweise zu viert geschnitten haben (siehe Credits). Die Premiere des Films war für 15 Uhr angesetzt, wurde aber bis auf 17 Uhr verschoben, weil wir bis zum Schluss mit Schneiden beschäftigt waren. Das hat sich aber auf jeden Fall gelohnt. Es herrschte so großer Andrang, dass der komplette Flur vor dem Raum, in dem wir den Film zeigen wollten, vollgequetscht war mit Schülern, Eltern und Besuchern.