Aktuelle Produktion, Interview

Filmemacher Tobias Lohf – Sensationelle Aufnahmen aus Sicht eines Falken

 Mittwoch, 23. Januar 2013: Tobias Lohf gewann mit seinem Film „Der Falkenmann“ den „Dokumentarfilm-Sonderpreis“ von Camgaroo und Planet beim Camgaroo Award 2012. Inhalt: Benny ist Berufsfalkner - Was aber bedeutet es, tagtäglich mit der Aufzucht und dem Training von Greifvögeln beschäftigt zu sein? Diese Dokumentation gibt Einblick in die Aufgaben eines Falkners und porträtiert Benny, der ein Meister seines Fachs ist.
[Text- und Bildmaterial: Gabriele Lechner und Tobias Lohf, © Camgaroo/LechnerMedia]

Camgaroo: Würdest Du bitte Dich und Dein Team kurz vorstellen.

Tobias Lohf: Tobias Lohf: 22, Student Mechatronik im 5. Semester in Lemgo; Marcel Dierig: 23, Student Wirtschaftsinformatik in Hannover. Wir beide sind das Filmteam, die den Adler regelmäßig begleiten.
Benjamin Aschmann: Falkner, 26 Jahre alt.

Camgaroo: Seit wann beschäftigst Du Dich mit dem Filmemachen?

Tobias Lohf: In meiner frühen Kindheit wollte ich immer Tierfilmer werden. Die spektakulären Bilder blieben leider aus, aber ich war viel an der frischen Luft. Als ich dann angefangen habe, Kurzfilme zu drehen, haben wir eher fiktive Geschichten erzählt. Das waren kurze Action-Streifen oder Thriller. Das hat auch immer Spaß gemacht, aber ich freue mich noch viel mehr auf das aktuelle Projekt. Da kommt man wieder back-to-the-roots.

Camgaroo: Gab es Probleme beim Dreh deines Filmes?

Tobias Lohf: Wir begleiten im Moment einen Steppenadler bei der Aufzucht in der Adlerwarte Berlebeck. Dabei haben wir die einzelnen Entwicklungsschritte vom Schlüpfen bis zu seinem ersten Flug eingefangen. Wir sind oft in die Adlerwarte gefahren und natürlich kommt es auch mal vor, dass der Adler einfach gar nichts macht. Er entspannt sich dann lieber in seinem Horst. Da nützen auch keine Überredungskünste, denn Adler sind eben keine Schauspieler.

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Eine weitere Herausforderung barg sich in unserem Ziel, eine echte „Vogelperspektive“ einzufangen. Der Adler wurde schon in seinen jungen Tagen an eine Spezialweste gewöhnt. Diese haben wir zusammen mit einer Spezialfirma und einem Tierarzt entwickelt, sodass der Adler sich uneingeschränkt bewegen kann. Natürlich war es nicht einfach, dass die Kamera auf der Weste fixiert ist, ohne dass sie starke Verwackelungen ausgesetzt ist, aber mittlerweile haben wir das Problem in den Griff bekommen. 

Camgaroo: Wie lange habt ihr für die Umsetzung benötigt?

Tobias Lohf: Insgesamt sind es bisher fast 30 Drehtage, die wir in der Adlerwarte verbracht haben. Das deckt aber nur die Geschichte um den Steppenadler ab. Für unsere Dokumentation benötigen wir aber noch Material von vielen anderen Aspekten der Falknerei, d.h. es werden noch etliche Drehtage folgen.

Camgaroo: Was bedeutet dir der Camgaroo Award?

Tobias Lohf: Ich bin froh über die Juryentscheidung und stolz, den Doku-Sonderpreis entgegennehmen zu dürfen. Der Sendeplatz bei PLANET ist eine tolle Möglichkeit, das Material einem großen Publikum zu zeigen.

Camgaroo: Wie geht es mit Eurem Projekt weiter?

Tobias Lohf: Das Projekt mit dem Adler werden wir weiter verfolgen. Unser Ziel ist es, auch weitere Vögel mit der Kamera auszustatten. Mittlerweile fliegt der Adler sogar mit der neuen GoPro3. Es werden also tolle Aufnahmen folgen.

Wir freuen uns, wenn sich Leute für unser Projekt interessieren. Hier halten wir euch auf dem Laufenden.



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