Aktuelle Produktion

Quiqueck & Hämat: Zwei coole Typen erobern humorvoll die S3D-Welt

 Montag, 16. Juli 2012: Mit den zwei Figuren Quiqueck & Hämat, um die sich der Film dreht, habe ich schon einige Jahre zuvor eine kurze Hörspielserie für einen Internetradiosender gemacht, die es bis heute auf 35 Folgen geschafft hat. Vor zwei Jahren habe ich mich dann entschlossen, mit den beiden einen Animationsfilm zu machen. Die Charaktere boten viel Potential für visuellen Humor, so dass ich mich schnell ans Drehbuch machte.
[Text- und Bildmaterial: Gabriele Lechner und Thomas Zeug, © Camgaroo/LechnerMedia]

Das schöne beim Animationsfilm ist, dass man noch während der Produktion immer noch das Drehbuch verfeinern und mit neuen Ideen füllen kann. Die komplette Geschichte steht zwar, doch trotzdem füge ich ab und zu noch kleine Details hinzu.

Der fertige Film wird etwa eine Gesamtlänge von 35 Minuten haben. Ich arbeite nun schon seit zwei Jahren an dem Projekt und hoffe, dass ich es 2011 abschließen kann. Ob der Termin zu halten ist, werde ich sehen!

Mein Film entsteht in dem Computeranimationsprogramm Maxon Cinema 4D und wird nachbearbeitet in Adobe After Effects. Da es möglich ist, die 3D-Daten aus Cinema4D in AfterEffects zu exportieren, ist es möglich, die Nachbearbeitung für die zwei stereoskopischen 3D-Bilder absolut identisch zu halten und so einen einwandfreien 3D-Effekt zu erzielen.

ANZEIGE:

Wie bei einem Real-3D-Film, muss die animierte Szene mit zwei Kameras gedreht/gerendert werden, um einen stereoskopischen 3D-Effekt zu erzielen. Die beiden Kameras sind im Animationsprogramm leicht parallel versetzt und geben so die zwei Bilder für unsere zwei Augen wieder. Dafür erstellte ich mir in Cinema4D ein eigenes Preset, um den Abstand und den Winkel der Kameras zueinander steuern zu können.

Die beiden Bilder werden dann identisch in After Effects nachbearbeitet. Dort werden sie z.B. farbkorrigiert, Tiefenunschärfe wird eingestellt und es kommen zusätzliche Effekte wie Linsenreflektionen oder Vignetten hinzu. 

Zur Kontrolle des stereoskopischen 3D-Effekts besitze ich einen polarisierten 3D-Monitor von Zalman. So kann ich wie im Kino mit einer Polarisationsbrille die Tiefeneffekte kontrollieren und wenn nötig korrigieren.

S3D bedeutet einiges an Mehraufwand 

Ein Problem war, dass jede Szene für den 3D-Effekt zweimal gerendert und zweimal identisch nachbearbeitet werden muss. Es reicht nicht mehr, einfach eine Effekteinstellung auf eine Szene anzuwenden wie bei einem 2D-Film, diese muss auch in der Tiefe stimmen, damit das 3D richtig funktioniert.

Ein weiteres Problem war die korrekte Wahl des Kameraabstandes. Vor allem bei Weltraumszenen, wo es riesige Entfernungen zwischen Planeten gibt, geht der 3D-Effekt normalerweise komplett verloren. Da ist es knifflig die richtigen Einstellungen zu treffen, so dass trotzdem ein Tiefeneffekt da ist und es dennoch nicht unnatürlich aussieht.

Tipps für Amateurfilmer

Ein sehr guter Platz, um sich Tipps und Tricks fürs 3D-Filmen zu holen, ist das Kino. Wenn man sich dort einen 3D-Film ansieht, sollte man einfach mal für kurze Zeit die 3D-Brille abnehmen und ein bißchen „hinter den 3D-Effekt“ gucken. Man kann da z.B. mal nachsehen, wie groß der Abstand zwischen den zwei 3D-Bildern ist oder wo sie sich überschneiden. Man kann ausprobieren, was passiert, wenn man die Brille falsch herum aufsetzt oder nur durch ein Brillenglas guckt.

Natürlich sollte man sich vorher ein gewisses Grundverständnis der Technik anlesen. Zum Beispiel welche 3D-Wiedergabeformate es gibt, warum es so viele verschiedene 3D-Brillen gibt oder warum wir in der normalen Welt 3D sehen. (siehe Camgaroo Magazine 01 und 02/2010). Aber trotzdem kann man auch im Kino selbst noch ein paar Feinheiten von den Profis abgucken!



  • Szene aus dem Film "Quiqueck & Hämat"

  • Szene aus dem Film "Quiqueck & Hämat"

  • Der Stereo3D-Film wird mit Maxon Cinema 4D und Adobe After Effects verwirklicht. (Im Screenshot zu sehen: Maxon Cinema 4D)

  • Der Stereo3D-Film wird mit Maxon Cinema 4D und Adobe After Effects verwirklicht. (Im Screenshot zu sehen: Adobe After Effects)

Das Camgaroo Filmemacher Magazin

Die neueste Ausgabe ist ab sofort am Kiosk erhältlich oder kann HIER bestellt werden. Premium-Mitglieder können die digitale Version direkt herunterladen.