Aktuelle Produktion

S3D-Produktionsbericht: Der Schatten der Gerechtigkeit

 Montag, 16. Juli 2012: 

In der Postproduktion wurden die Aufnahmen der beiden Kameras in After Effects geladen. Durch ein eigens geschriebenes Preset, konnten wir so minimale farbliche Unterschiede und eine noch immer leicht vorhandene vertikale Parallaxe korrigieren. Im nächsten Schritt wurden die Bilder horizontal gegeneinander verschoben. So konnte die Position der Szene entlang der z-Achse kontrolliert werden. 

Die Stelle, an der sich die Bilder für das linke und das rechte Auge überlagern, liegt auf der Projektionsfläche, also dem Bildschirm, oder der Leinwand. Da unsere Kameras bei der Aufnahme parallel zueinander angeordnet waren, lag zu Beginn immer alles vor der Projektionsfläche. Durch die Verschiebung, konnte die Szene hinter die Projektionsfläche verschoben werden. Abschließend wurde eine Farbkorrektur vorgenommen, um den Look zu erreichen, der die emotionale Wirkung der Bilder am besten transportierte. Dabei reduzierten wir Helligkeits- und Farbkontraste, um Geisterbilder zu vermeiden.

Als sämtliche Szenen diesen Prozess durchlaufen hatten, wurde der Film schlussendlich in Adobe Premiere geschnitten und in verschiedenen Versionen (Over-Under, Anaglyph, 2D) ausgegeben. 

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Und dann, nach sieben Monaten harter Arbeit, war es endlich geschafft. Es hatte sich herausgestellt, dass ein S3D Film doch deutlich mehr Arbeitsaufwand, als ein 2D Projekt erfordert. Fürs Erste waren wir einfach froh fertig zu sein. Dass das Ergebnis unseres Abenteuers auch anderen so gut gefällt, freut uns natürlich umso mehr und wir sind sehr stolz, dass die Jury des Camgaroo-Awards sich trotz der sehr starken Konkurrenz dazu entschied, uns mit dem ersten Platz auszuzeichnen.  

Als Tipp für andere Amateurfilmer, die jetzt auch auf den Geschmack gekommen sind, einen Film in S3D zu produzieren, empfehlen wir einige Tests im Vorfeld durchzuführen. S3D bedeutet mehr Aufwand als schlicht zwei nebeneinander gestellte Kameras. Ein weiterer Tipp wäre, in Halbbildern aufzunehmen. Leider hatten wir progressiv aufgenommen, was sich im Nachhinein als großer Nachteil herausstellte. Durch Halbbilder können die bereits erwähnten Synchronisationsprobleme innerhalb eines Frames minimiert werden. Zuletzt wäre es bei größeren Produktionen empfehlenswert, sich einen 3D Monitor zuzulegen, da die ausschließliche Betrachtung des anaglyphen Materials einige Schwächen aufweist (schlechte Kanaltrennung, verfälschte Farben, auf Dauer unangenehm, etc.).

Alle, die sich nach diesem Bericht für den Film interessieren, den wir auf unserer spannenden Reise durch die S3D-Welten produzieren konnten, dürfen gerne einen Blick auf unsere Website www.motion-artwork.de werfen.

Film ansehen



  • Szene aus "Der Schatten der Gerechtigkeit"

  • Jonas Buerschaper als Kameramann mit Steadycam

  • Constantin Maier als Kameramann mit Shoulder Support

  • 1: Einfügen des beiden Ansichten, 2: Angleichen der farblichen Unterschiede, 3: Zusammensetzen der beiden Ansichten, 4: Angleichen der Rotation und vertikalen und horizontalen Parallaxe, 5: Farbkorrektur und finale 3D Ausgabe

  • Unser in After Effects geschriebenes Preset zur stereoskopischen Verarbeitung