Interview, Aktuelle Produktion

Spiel des Lebens: Siegerfilm beim Camgaroo Award 2010 – Tele5–Sonderward „Wir lieben Kino“

 Montag, 16. Juli 2012: Spannender kann es nicht sein. Kai Blasberg öffnet bei der Camgaroo Award Night 2010 den Umschlag, um den Siegerfilm des „Wir lieben Kino“ Sonderawards zu nennen. „Spiel des Lebens“ – Johannes Berner konnte es kaum glauben. Der tosende Applaus, mit dem das Publikum seine Zustimmung zeigt, gehört alleine ihm. Tele 5 und Camgaroo haben bei Johannes Berner nachgefragt und wollten wissen, wie er auf die Idee kam, in welchem Rahmen die Produktion stattfand und ob er uns ein paar Tricks verraten könne. Hier also das Interview:
[Text- und Bildmaterial: Gabriele Lechner und Johannes Berner, © Camgaroo/LechnerMedia]

Fernsehreif – Thomas Gottschalk moderierte den Siegerfilm bei Tele 5 an.

Camgaroo: Wie sind Sie auf die Idee gekommen und in welchem Rahmen entstand der Film?

Johnanes Berner: Der Film ist von mir alleine in Göppingen hergestellt worden. Es ist mein erster Film, den ich in diesem Stil hergestellt habe. Ich habe kein Filmstudium absolviert, wollte aber als Abschlussarbeit einen Film herstellen. Der ganze Film wurde mit meinem eigenen Equipment in Göppingen erzeugt, da ich dort in der Wohnung meiner Schwester die Aufnahmen machen konnte. Für andere Aufnahmen konnte ich den Keller meiner Eltern nutzen, in meiner WG in Augsburg hätte ich hierfür keinen Platz gehabt. Da ich keinerlei Budget hatte baute ich alle Sachen selber, um die Kosten möglichst gering zu halten. Einige Einstellungen musste ich deswegen auch sehr lange testen oder mir verschiedene Methoden überlegen, wie ich die Szenen herstellen konnte. Als Kamera benutzte ich meine Canon 500D Spiegelreflexkamera.

Tele 5: Sie sind jung, talentiert und können toll erzählen. Warum haben Sie für die Abschlussarbeit an der Uni so ein ernstes Thema gewählt?

Johannes Berner: Ich fand es ein sehr spannendes Thema über den Sinn des Lebens einen Film herzustellen. Die Frage warum man überhaupt auf dieser Welt ist, finde ich für mich doch sehr interessant. Fragen, was man erreichen will, soll oder muss in seinem doch begrenzten Leben, ob man für die Gesellschaft leben sollte, oder sich mehr um seine eigenen Bedürfnisse kümmern. Ebenfalls wollte ich versuchen, Menschen die den Film sehen möglichst dazu bewegen, über ihr eigenes Leben nachzudenken. Kurze Bilder/Gefühle die jeder in sich hat, wollte ich festhalten und so eine Geschichte erzählen. Die große Bilderflut und die kurzen Geschichten überfordern den Betrachter und er wird sich nur an die für ihn wichtigen Aspekte erinnern.

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Zu Beginn war auch die Idee, das Thema „Sinn des Lebens“ viel allgemeiner zu verfilmen. Ich fand aber auf der Suche nach der Geschichte, die ich erzählen wollte, keinen Anfang und kein Ende. Daher entschloss ich mich, die für mich persönlich wichtigen Themen zu verfilmen: Arbeit, Gesundheit und Liebe. 

Ebenfalls wollte ich von Anfang an mit Spielzeug arbeiten und in eine Art kleinen Kosmos eintauchen. Dies hatte auch den Vorteil, dass ich voll und ganz auf Schauspieler verzichten konnte. Zum anderen ist das Leben ja oft wie ein Spiel. 

Es beginnt, mal spielt man gut, mal schlecht, mal fair, mal miteinander, mal alleine, mal verliert man, mal gewinnt man und doch hat jedes Spiel ein Ende.

Tele 5: Alle technischen Tricks, die Sie in Ihrem Film verwenden, kommen ganz spielerisch daher, waren aber sicher sehr knifflig. Welcher war am schwierigsten?

Johannes Berner: Die Szene, an der ich am längsten gearbeitet habe war, als der Zauberer den Ballon nimmt.

Es war die erste Szene, die ich überhaupt hergestellt habe. Hier musste erst einmal das Set ungefähr aufgebaut werden. Ich habe mich dann eine Woche nur mit Kamerafahrten beschäftigt. Am Ende musste ich aber einsehen, dass ich ohne wirklich professionelle Ausrüstung keine ruhige Kamerafahrt realisieren konnte.



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