Titelstory

Die neue Panasonic Lumix S5 im praktischen Einsatz - ein Interview mit Fotograf und Filmemacher Chris Kueper

Chris Kueper war einer der ersten, der in Deutschland von Panasonic die Möglichkeit erhielt, die neue Lumix S5 auf Herz und Nieren zu prüfen. Er konnte sie bereits im beruflichen Umfeld einsetzen und Camgaroo nützte die Gelegenheit um ein Interview mit ihm zu führen. Hier seine Erfahrungen.

Chris, wie war Dein erster Eindruck von der Lumix S5

Als ich die S5 auspackte, staunte ich. Ich wusste ja, dass es eine Kamera der S-Serie ist und erwartete einen viel größeren Body. Deshalb war ich überrascht wie kompakt und handlich alles verbaut wurde.

Das Leichtgewicht hatte beinahe das Interface der S1H, welche ich täglich bei meinen Jobs nutze. Nachdem die Grundeinstellungen eingerichtet waren, schaute ich umgehend den Videomodus an und stellte fest, dass auch hier kaum Einsparungen zur S1H getroffen wurden.

Außerdem liegt die Kamera gut in der Hand und das Magnesium-Gehäuse macht einen robusten und hochwertigen Eindruck. Darüberhinaus hat sich Panasonic mit dem neuen Wärmeableitungsdesign etwas einfallen lassen, so dass die S5 vor Überhitzung geschützt ist und bis zu einer Auflösung von 4K 30p 4:2:0 (8 Bit) zeitlich unbegrenzt aufnehmen kann.

Welche neuen Funktionen haben Dich am meisten begeistert?

Der neue Autofokus zum Beispiel. Er erkennt auch Köpfe, wenn sich die Person aus dem Bild dreht. Als ich diese Funktionalität gesehen hatte, wusste ich, zum Drehen von Interviews wird das eine riesige Erleichterung für meine Arbeit.

Besonders für Fotografen gibt es neben dem verbesserten Autofokus (Eye-Face-Head-Body Erfassung) so exzellente Features wie den High-Resolution-Modus (96 Megapixel Bilder) oder den neuen Live-Composite-Mode (Langzeitbelichtung 2.0).

Der Video-Dynamikumfang und der Farbraum, der sogar den BT.2020 Farbraum übersteigt, haben mich ebenfalls sehr beeindruckt.

Intern kann die S5 übrigens bis zu 4K 60p 4:2:0 (10-Bit) und 4K 30 p 4:2:2 (10 Bit) aufnehmen. Über den HDMI-Ausgang in Verbindung z.B. mit einer Atomos Ninja Fieldrecorder sind sogar 4K 60p 4:2:2 (10 Bit) möglich.

Wo steht die S5 im Vergleich zur S1?

Die S5 reiht sich super in die S-Serie ein und bietet bei dem kleinen Body beinahe alles was ihr großer Bruder, die S1H bietet. Die perfekte Kamera ohne Abstriche für Reisen und kompakte Drehs - besonders dann, wenn man mal keine Hilfe am Set hat!

Die S5 ist praktisch die mobile Lösung der S1H. Ich werde meine S1H für meine Videodrehs weiterhin aufrüsten und als A-Kamera verwenden. Die S5 ist so schnell auf dem Ronin-S kalibriert und auch für kleine Aufnahmen aus der Hand eine ideale B-Kamera. Sie bietet das gleiche Farbprofil und nahezu die identischen Videoeigenschaften.

Wo bleiben bei der S5 noch Wünsche offen?

Spielraum nach oben sah ich zunächst in der Auswahl der Objektive. Aber hier hat Panasonic gut vorgelegt, z.B mit dem 20-60mm Objektiv, das auch im Package mit der S5 erhältlich ist. Aber das ist erst der Anfang. Laut Panasonic wird es eine neue Objektiv S Serie geben, mit kurzfristig erst einmal vier lichtstarken Festbrennweiten 24mm F1.8, 35mm F1.8, 50mm F1.8 und 85mm F1.8 sowie einer Zoomoptik 70-300mm F4.5-5.6.

Objektive können über L-Mount angeschlossen werden. Panasonic, Leica und Sigma werden sicher noch für einige Überraschungen im Objektiv-Bereich sorgen.

Außerdem wünsche ich mir natürlich immer ein wenig mehr Freiheiten in der Postproduktion, wie z.B. mehr FPS. Mit 4K 50 FPS habe ich natürlich die Möglichkeit Schnittbilder (B-Rolls) in bester Qualität bei 50% Geschwindigkeit (25 FPS Base) abzuspielen. Doch manchmal wünscht man sich dann doch noch mehr Möglichkeiten in das Bild zu „croppen“ und die Qualität des 4K nicht zu verlieren. So wäre 4K mit mehr als 50 FPS wünschenswert, wenn man mehr Slow-Motion möchte. Aber das ist wirklich Meckern auf ganz hohem Niveau.

Ansonsten erfüllt die Lumix S5 technisch nahezu alle Wünsche.

In der heutigen Zeit, in der so viel von Technik gesprochen wird und immer wieder neue technische Feature angepriesen werden, muss man aufpassen, dass aus Fotografen und Filmemachern nicht reine Techniker werden. Man trifft immer mehr Menschen, deren Statussymbol einfach nur eine technisch perfekte Kamera ist.

Da kann die S5 auf jeden Fall prima mithalten.

Hast Du die Zeitlupen- und Zeitraffer-Funktionen ausprobiert und wie waren die Ergebnisse?

Ja durchaus habe ich den neuen S&Q Modus ausgiebig getestet. In meinen Augen waren die Ergebnisse, wie ich sie erwartet habe. Hervorragende Slow Motion und schöne Timelapse. Ich mag den neuen S&Q (Slow & Quick) Modus sehr, da es mir nun noch übersichtlicher und schneller möglich ist, diese beide Funktionen direkt anzusteuern. Mir wird übersichtlich aufgezeigt, wie viel schneller meine Timelapse wird und wie viel langsamer die Slowmotion-Aufnahmen sind. Also ein schönes Update!

Wie ist die Bildqualität und die Lichtempfindlichkeit der S5 im Vergleich zur S1?

Ich habe keinen Unterschied im Bereich der Bildqualität zu meiner S1H verzeichnen können. Der Dual Native ISO ist auch in der S5 verbaut, hier steuert die Kamera die optimale Basis des ISO-Wertes automatisch an.

In der S1H tut sie das auch, man kann sie jedoch auf manuell setzen, was mehr Handlungsspielraum bietet. Jedoch arbeite ich bei der S1 mit der Auto-Funktion und habe keinen Unterschied mit dem bloßen Auge zwischen den beiden Kameras feststellen können.

Für wen eignet sich die Kamera Deiner Meinung nach am besten?

Für alle die einen Einstieg in die Foto- und Videobranche suchen, ganz gleich ob für Hobby oder Beruf, ist die LUMIX S5 eine unglaublich leistungsstarke Kamera und das zu einem absolut fairen Preis!

Preis:

DC-S5E-K (S5 Body) I UVP Deutschland 1.948,61 € inkl. 16% MwSt., UVP Österreich 1.999 € inkl. 20% MwSt.
DC-S5KE-K (S5 Body + R2060) I UVP Deutschland 2.241,04 € inkl. 16% MwSt., UVP Österreich 2.299 € inkl. 20% MwSt.

Lieferbar ab September 2020

Info: www.panasonic.de
Youtube: https://www.youtube.com/watch?v=dRdV4mCXsqI

Chris Kueper

Fotograf und Filmemacher, Ambassador für die Lumix Kameras von Panasonic, Geschäftsführer der Filmproduktionsfirma ESCAPE, Hamburg.

Chris lernte ursprünglich Bankkaufmann. Stellte aber fest, dass dies nicht der Beruf ist, den er sein Leben lang ausüben möchte. So studierte er nach der Ausbildung bei der SAE in Hamburg Digitale Filmproduktion. Mit dem Filmemachen begann er vor ca. 15 Jahren. Auslöser war seine Tätigkeit als Parcourtrainer. Um den Kindern zu erklären, was sie besser machen könnten, griff Chris zur Kamera und filmte sie. Das funktionierte hervorragend und das Filmemachen und auch die Fotografie wurde seine Leidenschaft.

„Ich möchte Geschichten erzählen und meine Betrachterinnen und Betrachter für einen Moment innehalten lassen, genauer hinsehen und die kleinen Feinheiten erkennen lassen. Ich möchte die Menschen sehen lassen, welche Mühe und Hingabe ich in meine Arbeit investiert habe.“, so Chris Kueper.

Seine erste Kamera war die Panasonic Lumix GH4. Inzwischen filmt er mit der S1H. Als einer der ersten Tester, die eine Lumix S5 zur Verfügung hatten, berichtet er in diesem Beitrag Camgaroo von seinen Erfahrungen.

www.chriskueper.de
www.escape.film
https://www.youtube.com/watch?v=5Cnaca7H0F0



  • Chris Kueper, Fotograf und Filmemacher, Ambassador für die Lumix Kameras von Panasonic, Geschäftsführer der Filmproduktionsfirma ESCAPE, Hamburg

  • Die neue Panasonic Lumix S5 im Einsatz

  • Testaufnahme: Action-Shot

  • Testaufnahme: schwierige Lichtverhältnisse

  • Testaufnahme: Portrait