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Erster Praxistest mit der Sony FX30

Kameramann Mark Lohr und die Camgaroo Redaktion hatten die Möglichkeit, sich die Sony FX30 in der Praxis anzusehen.

Erster Eindruck - hochwertig und bestens für den mobilen Einsatz geeignet

Der erste optische Eindruck ist sehr positiv. Die Sony FX30 liegt gut in der Hand,  das Aluminiumgehäuse ist hochwertig verarbeitet und wirkt robust. Da die Kamera primär auf das Filmen ausgelegt ist, findet man sich schnell in der Menüführung und dem Bedienungskonzept zurecht. Die Einstellungen fürs Filmen sind intuitiv bedienbar und man tut sich wesentlich leichter damit, als bei Kameras, die in erster Linie zum Fotografieren gedacht sind. Hierbei kommt es auch gleich zu weiteren filmspezifischen Pluspunkten: Die Möglichkeit Farbprofile, wie z.B. S-Cinetone oder mein Favorit S-Log3 auszuwählen und mit LUTs zu arbeiten. Faktoren, die bei der Nachbearbeitung für den „Cinematic Look“ Gold wert sind. Auch die Zoomwippe ist ein Feature, worüber sich der Filmemacher freut. Ein großer Vorteil für Filmemacher ist darüberhinaus im Model ILME FX30 (2.800 Euro) der Griff an der Oberseite, nicht nur zum Tragen, sondern auch weil sich hier die zwei XLR-Eingänge befinden, die für eine gute Audioqualität beitragen.

Handling - auf Filmemacher abgestimmt

Aufgrund seiner sehr kompakten Größe ist es logisch, dass auch der Bildschirm dementsprechend klein ist. Wer also professionell damit arbeiten möchte, wird auf einen externen Monitor zurück greifen müssen, um das Maximum aus seinem Bild heraus zu holen. Für kleinere oder mobile Einsätze unterwegs, wenn man schnell und flexibel sein muss, reicht der Bildschirm jedoch mit Sicherheit aus. Die kompakte Größe und das geringe Gewicht der Sony FX30 ermöglichen einen Einsatz mit allen  gängigen Gimbals und Stabilisierungssystemen. Wobei schwierige Aufnahmesituationen auch ohne Gimbal möglich sind, da die Sony FX30 durch die interne 5-Achsen Bildstabilisierung mit Active-Mode und fünf Gewindebohrungen am Body sehr ruhige Aufnahmen möglich macht. Gerade für VLOGs, Hochzeiten oder dokumentarische Einsatzgebiete ist die Sony FX30 sehr gut geeignet.

Bildqualität - lässt keine Wünsche offen

Prima finde ich, dass die FX30 die Möglichkeit bietet, den Farbraum mit 10-Bit-Farbtiefe und einer 4:2:2 Farbabtastung in allen 4K-Modi aufzuzeichnen und das mit bis zu 120 Bildern pro Sekunde.  Das lässt mir auch einen entsprechenden Freiraum in der Nachbearbeitung.

Bei der Auswertung des Bildes gibt es kaum etwas zu bemängeln. Durch die Farbprofile hat man sehr viel Spielraum im Color Grading und hat ein gestochen scharfes, sehr detailreiches Bild mit schönen Farbverläufen. Für einen kinoreifen Einsatz finde ich dieses Bild fast ein wenig „zu digital“. Doch das ist Geschmacksache. Manche mögen und bevorzugen genau das. Gerade für Imagefilme und Hochzeiten ist natürlich so ein gestochen scharfes Bild absolut passend. Unbestreitbar ist auf jeden Fall, dass die Kamera in diesem Bereich, gerade in seiner Preisklasse, überzeugen kann.

Auch was die Auswahlmöglichkeiten der Auflösung (2K, 4K etc.) und der Framerates (25p bis 120p) angeht, gibt es hier kaum etwas zu bemängeln. Für die Preisklasse ist hier einiges geboten. Dass die Slowmotionfunktion bei 4K bis zu 120p geht ist ein schöner Bonus. Allerdings wird hierbei das Bild ziemlich stark gecropt (Bild beschnitten), was man auf jeden Fall vorher berücksichtigen sollte.

Fotoaufnahmen - plakatreif

Da die Kamera, wie der Name schon sagt, aufs Filme ausgelegt ist, ist die Bedienung an Filmemacher gerichtet und das Layout der Knöpfe und Rädchen nicht, wie bei herkömmlichen Foto-Kameras. Wer als Fotograf aber darüber hinweg sieht und sich an die Bedienung gewöhnt, dem macht die Kamera auch beim Fotografieren Spaß, denn sie macht auch plakatreife Fotos. Die Auflösung ist sehr gut und die Farben werden schön wiedergegeben. Also auch hier Daumen hoch.

Für die Beispielaufnahmen verwendete ich ausschließlich das Sony Objektiv SELP1635GM -  FE 16-35mm F2,8 GM / E-MOUNT (UVP: 2699,00 Euro), das superscharfe Aufnahmen macht und mit einer Brennweite von 35 mm lassen sich die Motive gut in Szene setzen.

Fazit

Filmkameras in der Preisklasse um die 2.000 Euro mit ähnlichem Leistungsspektrum wurden bisher in der GH Modell Reihe von Panasonic, der Pocket Cinema Modell Reihe von BlackmagicDesign oder der R Modell Reihe von Canon angeboten. Sony hat sich mit der FX30 definitiv einen Platz in dieser Preis-Leistungs-Klasse verdient und kann mit seinen Konkurrenten sehr gut mithalten. Jede Kamera hat seine Besonderheiten, sowie Vor- und Nachteile. Bei der Auswahl sollte man sich also im Klaren über das Einsatzfeld sein und sich schlau machen, welche der Modelle für die persönlichen Zwecke am Besten passt. Klar ist jedoch, dass sich mit der Sony FX30 die preiswerten Auswahlmöglichkeiten für Filmemacher um ein weiteres Kameramodell erweitert haben. Die Sony FX30 ist für Dokumentarfilmer, Reisefilmer, Vlogger und für den mobilen Einsatz ein idealer Begleiter.

    Im Clip zeigt sich, wie gut die Zeitlupe funktioniert. Man sieht gestochen scharf bis ins Detail, wie jedes einzelne Haar fällt. (Aufnahme in 4K UHD, 100 fps, H.264, 8 Bit Farbtiefe)
    An der Kante des Kopfs, besonders dann, wenn das Licht von hinten kommt, sieht man jedes einzelne abstehende Haar. Auch die wallende Haarmähne am Rücken ist bis in die kleinste Haarsträhne gestochen scharf.
    Hier sieht man wie gut man die Kamera, dank ihrer kompakten Größe, unterwegs mit einem Gimbal blitzschnell einsetzen kann und stabile Aufnahmen hinkriegt. Perfekt für Vloger und Einsatzbereiche, in denen man möglichst flink und effizient sein muss.

    Preis:

    • Sony FX30 - ILME-FX30B  - nur Gehäuse  UVP ca. 2.300 Euro
    • Sony FX30 - ILME-FX30 - Gehäuse + XLR-Griffeinheit
    • Objektive SELP1635GM -  FE 16-35mm F2,8 GM - E-MOUNT 2699,00 Euro

    Info: www.sony.de